Anwaltskanzlei Susanne Sicher

Sorgerecht

Die Eltern haben die Pflicht und das Recht für ihr minderjähriges Kind zu sorgen. Die elterliche Sorge umfasst die Sorge für die Person und das Vermögen des Kindes sowie die Vertretung des Kindes im Rechtsverkehr. Die Vorschriften zum Sorgerecht regeln, wem die elterliche Sorge zusteht, wenn die Eltern nicht miteinander verheiratet sind oder die Folgen, wenn Eltern sich trennen oder ein Elternteil verstirbt.

Seit dem Kindschaftsreformgesetz aus dem Jahre 1998 muss das Familiengericht in Zusammenhang mit der Scheidung nicht mehr über das Sorgerecht entscheiden. Das Gesetz geht davon aus, dass den Eltern die gemeinsame Sorge gemeinsam zusteht, unabhängig davon, ob sie verheiratet sind oder nicht. Das Familiengericht kann die elterliche Sorge aber einem Elternteil übertragen, wenn der andere Elternteil zustimmt oder zu erwarten ist, dass die Aufhebung der gemeinsamen Sorge und die Übertragung der alleinigen Sorge auf den Antragsteller dem Wohl des Kindes am besten entspricht. Nur unter strengen Voraussetzungen hat das Familiengericht im Spannungsverhältnis zwischen Elternautonomie und Kindeswohlgefährdung ein Eingriffsrecht.

Ziel anwaltlicher Beratung muss daher stets sein, Einvernehmen zwischen den Eltern herbeizuführen. Beim Streit um das Sorgerecht wird dem anderen Ehepartner leicht die Erziehungsfähigkeit abgesprochen und in den Sachvorträgen wird dann leicht „schmutzige Wäsche gewaschen“. Solche Streitereien bedeuten für die Kinder erhebliche Belastungen, weil sie zum Spielball der elterlichen Auseinandersetzungen werden.

Das Sorgerecht fällt in verschiedene Einzelbereiche, die einem Elternteil zur alleinigen Ausübung übertragen werden können, wie etwa das Aufenthaltsbestimmungsrecht, die Vermögenssorge oder abgrenzbare Teile der Personensorge z. B. schulische Angelegenheiten oder Angelegenheiten der medizinischen Versorgung.

Der betreuende Elternteil hat ohnehin Entscheidungsbefugnis über die Angelegenheiten des täglichen Lebens.

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